Ableben Prof. Kresten

03.07.2024

Das Institut für Byzantinistik und Neogräzistik trauert um Univ.-Prof. Dr. phil. Otto Kresten, w.M., der am 24. 6. im Alter von 81 verstorben ist.

Otto Kresten (1943-2024)

Die Wiener Byzantinistik trauert um einen herausragenden Vertreter, einen leidenschaftlichen Humanisten und einen unersetzbaren Lehrer.

In tiefer Betroffenheit teilen wir mit, dass Univ.-Professor i.R. Dr. phil. Otto Kresten am Montag, den 24. Juni, im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Otto Kresten war von 1981 bis 2008 Universitätsprofessor am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Sein Wirken an der Alma Mater Rudolphina sowie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften brachte eine ganze Generation von Schülern hervor und prägte über mehrere Jahrzehnte hinweg das nationale und internationale Ansehen der Wiener Byzantinistik.

Otto Kresten studierte an der Universität Wien Byzantinistik (Herbert Hunger), Alte, mittelalterliche und österreichische Geschichte (Heinrich Fichtenau, Heinrich Appelt und Alphons Lhotsky), Klassische Philologie (Albin Lesky und Rudolf Hanslik) sowie Kunstgeschichte (Otto Demus) und promovierte 1967 zum Doktor der Philosophie sub auspiciis praesidentis rei publicae mit einer Arbeit über Andreas Darmarios (16. Jh.). Nach seiner Habilitierung 1977 und einem kurzen Intermezzo als Oberassistent wurde er 1981 zum Professor der Byzantinistik an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien ernannt, wo er am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2008 lehrte.

Die Forschungsschwerpunkte von Otto Krestens umfangreicher humanistischer Gelehrtentätigkeit lagen in der Diplomatik, Paläographie und der Handschriftenkunde. Er arbeitete unermüdlich daran, diese wissenschaftlichen Disziplinen nicht nur in seiner Funktion als Universitätsprofessor, sondern auch durch sein Wirken in zahlreichen anderen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Institutionen und Gremien zu fördern. Von 1982 bis 1999 leitete er das Historische Institut beim Österreichischen Kulturinstitut in Rom.

Otto Kresten war Mitglied mehrerer europäischer Akademien und wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Dort war er von 1990 bis 2012 als Obmann der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters tätig und bekleidete über mehrere Jahrzehnte hinweg zahlreiche führende Funktionen. Im Jahre 2000 wurde ihm das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

Mit großem Bedauern verabschieden wir uns von Otto Kresten, dessen einnehmendes Wesen und beeindruckende Eloquenz viele inspiriert haben. Durch seine Hingabe als Lehrer hat er viele Schüler hervorgebracht, die seine Begeisterung für das Fach teilen. Sein Vermächtnis lebt in all denen weiter, die er inspiriert hat. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.

 

Unser Mitgefühl gilt Otto Krestens Ehefrau Mag. phil. Gabriele Pribila sowie allen Verwandten und Freunden.